Anfängeralphabet - H I J

 

Hundebegegnungen - siehe auch Fotogalerie

 

Wenn man einen Hund hat, ist Spazierengehen angesagt. Wer das nicht mag, sollte sich die Entscheidung lieber noch einmal überlegen. Und zwar ist es wichtig, dort spazieren zu gehen, wo man anderen Hunden begegnet. Die Hunde müssen die Möglichkeit haben, ohne Leine zu spielen. Dafür gibt es an einigen Orten Hundeplätze, die manchmal sogar eingezäunt sind. Mit Leine  ist es sehr gefährlich, weil die Leinen sich verheddern. Hunde und auch Menschen haben sich dabei schon die Beine gebrochen. Außerdem laufen die Welpen beim Spielen sowieso nicht weg.

Nur wenn ein junger Hund mit vielen Artgenossen Kontakt hat, kann er die Verständigung unter Hunden lernen. Wir sind auch noch einmal in der Woche in eine Welpenspielstunde gegangen.

Paula hatte in der Zeit des Heranwachsens  mit keinem Hund Schwierigkeiten, egal welche Größe oder Rasse. Es machte immer wieder Freude, dabei zuzusehen, wie sie einen entgegenkommenden Hund zum Spiel auffordert. Dabei legt sie sich erst lang auf den Boden und wartet, bis er näher gekommen ist, um dann hinzuspringen und zu sagen: „Los spiel mit mir!“ Es darf auch eine große Dogge, ein Boxer oder ein Schäferhund sein. Oft haben wir von den Haltern die verwunderte Auskunft bekommen: “Mein Hund spielt sonst gar nicht.“

Leider hatte ich keine Ahnung, dass man schon bei der ersten Rauferei eingreifen muss. Und zu Raufereien hatte Paula genügend Gelegenheiten. Ich habe mich zuerst immer gefreut, dass sie sich nicht unterbuttern ließ. Aber irgendwann bekam sie Spaß daran und suchte den Kick. Dazu kam noch ihre durch Futter bedingte Hyperaktivität, die auch mit aggressivem Verhalten einherging. 

Schnell hatte Paula sich einige Unarten gegenüber anderen Hunden angewöhnt wie Leinenaggression und Mobbing. Ich fühlte mich total hilflos. Die meisten Leute sagten nur, ich müsste strenger mit ihr sein, was immer das bedeuten sollte.

Paula war schon fast vier Jahre alt, bis ich so weit war, ihr dieses Verhalten abzugewöhnen. Und es hat fast zwei Jahre gedauert.

Genaueres dazu kann man im Trainingstagebuch nachlesen.

 

 

 

Begegnung im Park

 

Hundeleberwurst


Es gibt sie in Tuben, die man in die Jackentasche stecken kann. Sie hat einen geringeren Eiweißgehalt als normale Leberwurst und vor allem keine Gewürze. Verschlossen sind die Tuben  sehr lange haltbar, geöffnet sollte man sie im Kühlschrank aufbewahren. Sie eignen sich vorzüglich als Belohnung für unterwegs. Es gibt sie z. B. beim HUNDEVERSAND

 

 

Hundehörbuch

 

siehe: Lärm

 

Hundeschule

 

 

Obwohl ich durch die Bücher sehr gut vorbereitet war, finde ich es dennoch unerlässlich, in eine Hundeschule zu gehen. Denn zwischen Verstehen und Richtigmachen ist ein großer Unterschied.

Dort wird man korrigiert, wenn man bei der Umsetzung des Gelernten Fehler macht. Und die macht man, schon weil es bei den Kommandos und der Belohnung auf Sekunden ankommt. Es gibt viele Fehlerquellen, die man allein nicht entdecken würde. Darüber hinaus kann man die Fehler bei den anderen Teilnehmern gut beobachten und daraus für sich selbst sehr viel lernen.

Wichtig ist auch, dass man in der Hundeschule Fragen stellen kann, was bei den Büchern ja schlecht möglich ist. Ein weiteres Argument für die Hundeschule ist natürlich der Spaß, den die Hunde dort in den Spielpausen mit ihren Artgenossen haben.

Es ist allerdings von großer Bedeutung, dass man sich selbst in der Hundeschule wohlfühlt. Wenn das nicht der Fall ist, kann man auch nicht mit dem Hund lernen und arbeiten. Denn der Hund merkt sehr schnell, "wie der Mensch drauf ist". Manchmal muss man mehrere ausprobieren, bis man eine geeignete findet. Wir haben jetzt inzwischen die richtige für uns und Paula gefunden: Easydog in Neuenburg am Rhein.

Ziel dieser Hundeschule ist es, den Hundeführer zu stärken, um ihm Sicherheit zu vermitteln. In meinem Fall ist das wunderbar gelungen.

Hier hat Paula auch ihren Eignungstest zum Besuchshund gemacht, und ich habe viele Anregungen und Hilfen für die Hundebesuche bekommen.

 

 

 

Hyperaktivität

 

Es gibt aktive und weniger aktive Hunde. Wer aber einmal einen hyperaktiven Hund erlebt hat, kann ein Lied davon singen, so wie wir, als Paula eine Allergie gegen ihr Trockenfutter und / oder zu viel Eiweiß entwickelt hatte. Sie war wie wild und nicht mehr zu beruhigen. Sie lief ständig unruhig hin und her, hechelte, kratzte sich, jagte ihren Schwanz, suchte ununterbrochen nach Papier oder Pappe, die sie zerfetzen konnte. Selbst die Bücher im Regal waren nicht mehr sicher. Auch nachts kam sie nicht zur Ruhe, bellte immer wieder wie aufgeschreckt.

Aber am schlimmsten war ihr Verhalten an der Leine. Sie tobte hin und her, zog und sprang in alle Richtungen. Grelle Farben bei Autos wurden verbellt,  und wenn uns jemand entgegenkam, wurde er angesprungen und wütend angebellt. Ging irgendwo auf dem Spaziergang eine Haustür auf, erschrak Paula ganz furchtbar und sprang wie wild umher. Erziehungsversuche aller Art schlugen fehl.

Es dauerte gut drei Monate, bis wir schließlich entdeckten, was es mit Paulas Verhalten auf sich hatte. Diverse Tierarztbesuche und eine Leberpunktion in der Tierärztlichen Hochschule Hannover waren vorausgegangen. Gottseidank konnte ein Lebershunt ausgeschlossen werden. (Dabei sind solche Verhaltensauffälligkeiten auch manchmal zu beobachten.) Aber Paulas Leberwerte waren nach Aufnahme von zu viel Eiweiß nicht in Ordnung.

Mit einer eiweißarmen Diät ohne Getreide und mit sehr viel Geduld und Konsequenz, die uns leider immer wieder fehlte, bekamen wir die Sache dann doch schließlich in den Griff. Leider hörten die Verhaltensprobleme nicht von heute auf morgen auf. Vieles war inzwischen richtig "eingefahren" und musste wieder abgewöhnt werden. Unsere Unsicherheit trug natürlich nicht dazu bei, dass das alles ohne Schwierigkeiten ablief.

 

Zu Hause ist sie inzwischen ein sehr ausgeglichener Hund, dem man absolut  nichts mehr von dieser schrecklichen Krankheit anmerkt. Aber unterwegs hat die "Umerziehung" extrem lange gedauert und dauert eigentlich immer noch an. Das Anspringen von Menschen oder vorbeifahrenden Autos gehört nun Gottseidank für immer der Vergangenheit an. Aber die Begegnungen mit anderen Hunden müssen weiterhin geübt werden. Dabei ist es am wichtigsten, dass ich für Paula Sicherheit ausstrahle. Und das war nun wieder für mich am schwierigsten und ist es immer noch. Denn auch ich musste meine Unsicherheit erstmal wieder verlieren. Ich hatte so viele schlimme Situationen erlebt, dass ich manchmal dachte, es nicht zu schaffen. 

Wenn man Paula heute begegnet, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie es damals war. (Ausnahme: manche Begegnungen an der Leine mit anderen Hunden. Aber auch das werden wir noch in den Griff bekommen!)

 

 

 

Ignorieren

 

Ignorieren gehört zu den ganz normalen Verständigungsmitteln beim Hund. Man muss es aber ein wenig üben. Der Hund darf wirklich überhaupt nicht beachtet werden. Das ist gar nicht so einfach. Die Frage, wozu das gut ist, ist leicht beantwortet. Der Hund muss wissen, dass er in bestimmten Situationen nicht die Hauptperson ist. Wenn er z. B. bettelt oder nervt und man selbst in Ruhe arbeiten möchte, ohne gestört zu werden, oder wenn er einen anspringt etc.

Möchte man einen Hund, der weiß, wann man in Ruhe gelassen werden möchte, muss man lernen, ihn zu ignorieren. Einige Leute sagen, das sei gemein. Im Umgang mit Menschen gilt es als extrem unhöflich. Aber da man nur unerwünschtes Verhalten ignoriert, kann ich dieser Meinung nicht folgen. Im Umgang mit Menschen würde sich einiges vereinfachen, wenn man in dieser Beziehung von den Hunden lernte.

Schaut man ihnen nämlich bei ihren Begegnungen genau zu, kann man sehen, was Ignorieren bedeutet und welche Folge es hat. Wenn Paula einen Hund zum Spielen aufforderte, der keine Lust dazu hatte, konnte sie eine ganze Weile um ihn herumspringen und ihn anstupsen oder anbellen, er ignorierte sie total. Er stand da, als ob sie  überhaupt nicht da wäre. Paula merkte  sehr schnell, was das bedeutet und trollte sich.

Inzwischen ist sie ja ein bisschen älter und man kann bei ihr dasselbe Verhalten beobachten, wenn sie von jungen Hunden zu sehr belagert wird.

Eltern, die von ihren Kindern genervt werden, fangen dagegen meistens an, wütend zu werden und zu schreien, oder geben nach. Vielleicht sollten sie mal den Hunden zuschauen.

 

 

 

Jagen

 

Paula konnte schon als Welpe keinen Vogel am Boden sehen, ohne wie wild hinterher zu jagen. Wenn ich mit ihr an der Leine zum Busbahnhof ging, auf dem es von Tauben wimmelte, hatte ich ein Problem. Ich konnte sie kaum noch halten. Zum Glück war sie noch klein und leicht.

In dem Buch „Hilfe, mein Hund jagt“ von Barbara Schöning, Nadja Steffen und Kerstin Röhrs habe ich aber eine sehr gute Anleitung gelesen, um dieses Problem zu bewältigen.

Ich ließ sie in einiger Entfernung vor den Tauben sitzen, gerade so, dass sie sich noch für die Vögel interessierte, aber nicht so dicht, dass sie sie jagen wollte. In der Tasche hatte ich massenweise Leckerlis. Zuerst fütterte ich Paula unentwegt. Dann hielt ich die Hand mit dem Leckerli etwas entfernt. Ihr Blick war immer noch auf die Tauben gerichtet. Irgendwie merkte sie aber, dass die Leckerligabe aufgehört hatte. Sie schaute sich kurz zu meiner Hand um, und bekam natürlich sofort wieder eins. So ging das 10 Minuten. Und das wiederholten wir ein paar Tage lang.

Vögel am Boden bedeuteten jetzt für sie bei jedem Spaziergang an der Leine, dass sie nach einer Weile nach meiner Hand schaute, ein Leckerli bekam und ruhig weiterging. Zuerst klappte das meistens nur an der Leine. Und die Vogeljagd ohne Leine ist sowieso nie von Erfolg gekrönt, denn wie man weiß, können Hunde nicht fliegen. Trotzdem ist es sehr unangenehm, denn ein Hund soll ja nicht ständig Vögel aufschrecken. Also war stetiges Weiterüben angesagt.

Wir lenkten Paula immer, wenn sie im Freilauf ein zu scharfes Auge auf Vögel am Boden warf, mit irgendetwas ab: meistens mit Leckerlis. Auch am Strand ist sie nun nicht mehr auf Vogeljagd.

Dass Paulas Jagdtrieb bei Wild so stark ist, haben wir erst richtig hier in Süddeutschland gemerkt, als wir im Wald mit ihr spazieren gingen. Leider ist das nicht so leicht in den Griff zu bekommen. Aber wir arbeiten dran. Eine sehr hilfreiche website dazu habe ich durch Zufall gefunden. Jetzt macht das  Antijagdtraining richtig Spaß. (Siehe auch Rückruf.)

Einen interessanten Artikel zu diesem Thema habe ich in der Hundezeitung gelesen.

 

Zum Thema Entenjagd ist noch etwas hinzuzufügen. Bei Enten war Paulas Jagdtrieb schon als Welpe sehr stark. Wir haben es auch versäumt, rechtzeitig etwas dagegen zu tun. Bei allen anderen Vögeln bleibt sie inzwischen längst ganz ruhig. Bei Enten mussten wir immer noch ein wenig mit Ablenkung nachhelfen. (Na ja, Pudel wurden ja schließlich einmal zur Entenjagd gezüchtet.) Die Enten im Park, die wir bisher trafen, schwammen aber ruhig auf einem Teich hin und her. Das ist ein großer Unterschied zu den Enten, denen wir hier an der Dreisam begegnen. Sie schwimmen entweder mit der schnellen Strömung oder strampeln dagegen an. Sie setzen im Tiefflug zur Landung an etc. 

Da kommt das Erbe des Entenjagdhunds wieder richtig zur Geltung. Hier ist wieder konsequente Ablenkung angesagt. Wenn Paula auch nur ansatzweise ihre "Jagdhundhaltung" einnimmt, kommt ein strenges "Nein!" von mir und sofort darauf ein fröhlich aufforderndes "Fang!". Und schon fliegen die ersten Leckerlis. Auf diese Weise kommen wir an den begehrten Beutetieren vorbei.  

Warum mir das so wichtig ist?  - Nun ja, nachdem Paula mir einmal entwischt ist, und ich sie erst nach 10 Minuten mit Mühe aus der Dreisam zurückrufen konnte, möchte ich das doch nicht noch einmal erleben. Die Enten waren längst fort. Aber Paula kämpfte gegen die Strömung auf den glatten Steinen an. 

 

Ergänzung:

Die Bemühungen haben inzwischen Erfolg gehabt. Wenn ich mit Paula an der Leine bzw. an der Schleppleine an Enten vorbeigehe, bleibt sie ganz ruhig und entspannt. Manchmal schaut sie mich noch an und bekommt ein Leckerli. Aber oft gehen wir einfach so vorbei.

Ganz anders sieht das allerdings aus, wenn sie abgeleint ist. Sie merkt den Unterschied sofort und holt sich ihren Kick durch die Verfolgungsjagd. Hunde sind halt schlauer als viele Leute denken.

Leider hatten wir im Sommer ein unschönes Erlebnis. Wir gingen mit Paula an der Dreisam spazieren. Nachdem wir Ausschau gehalten hatten, ob irgendwo Enten in Sicht waren, leinten wir sie ab, um mit ihr zu spielen. Aber wir hatten eine sehr gut getarnte Jungente übersehen. (Die Jungenten kann man kaum bzw. gar nicht von der in der Sonne funkelnden Wasseroberfläche unterscheiden.) Aber Paulas Augen sind anscheinend besser als unsere. Sie schoss plötzlich ohne Vorankündigung in die Dreisam, deren Wasserstand extrem niedrig war, und verfolgte die Ente, die immer wieder zwischenlandete und sich dann von neuem erhob, bis sie endlich verschwand. Paula war inzwischen so "heiß" aufs Jagen, dass sie das nächste Objekt, das in ihr Blickfeld geriet, verfolgte. Leider war es ein Radfahrer, der am anderen Ufer auf dem Radweg fuhr. (Wie schon erwähnt: Der Wasserstand war sehr niedrig, so dass man hinüberlaufen konnte.)

Daraufhin haben wir den Pfiff wieder besonders geübt, diesmal mit Lachscreme von Trixie. 

 

Ein Abschlusswort:

Nach langem Üben und einigen Teilerfolgen sind wir dazu übergegangen, Paula nur noch an der Schleppleine laufen zu lassen, es sei denn es gibt keine Möglichkeit zum Jagen. Wir machen das zu unserer Beruhigung und zu Paulas Sicherheit. Es ist einfach zu unsicher, ob unsere Rückrufbemühungen von Erfolg gekrönt sind oder nicht. Es kommt ganz auf die Stärke der Spur an. Und bei einem plötzlichen Auftauchen von Wild ist absolut nichts mehr zu machen.

Spaziergänge mit Paula sind für uns jetzt viel geruhsamer, und Paula genießt die Spurensuche an der langen Leine. Sie ist nachher müde und ausgeglichen. Durch das Agility-Training hat sie immer noch genügend Gelegenheit, ihren Düsentrieb in Gang zu setzen.

Schon als Welpe konnte Paula den Enten nicht widerstehen. Leider haben wir das nur niedlich gefunden und nicht eingegriffen.

Was ist da so spannend?
Enten in Sicht!